Junge Männer zwischen 20-30 Jahren (Generation-Z) wünschen sich -35%, gemäss globalen Studien- klare, traditionelle Rollen in Beziehungen. Frauen sollten ihrem Partner gehorchen, er als Alleinverdiener, sie am Herd und bei den Kindern. 33% der jungen Frauen finden gemäss dieser Studie, dass der Ehemann bei wichtigen Entscheidungen das letzte Wort haben sollte. Traditionell, orientierte, junge Frauen sowie bekannte Influenzerinnen befürworten oder zelebrieren öffentlich diesen Patriarchen-Rückkehr- Trend. Der Mann möchte zudem wider Alpha-Mann sein, wie in den 50-jahren! Da schien die Welt noch in Ordnung zu sein, mit klaren, gesellschaftlichen Strukturen. Zudem, mehr als ein Fünftel der Gen-Z-Männer sind der Meinung, dass eine «richtige Frau» niemals die Initiative beim Sex ergreifen sollte. Dass die Frauen zwischenzeitlich finanziell unabhängiger und somit beruflich wie privat selbst bestimmend sind, wird einfach ignoriert. Die meisten Frauen werden diesen „zurück-an-den-Herd und allzeit-bereit“ Wunsch nicht erfüllen. Sie bleiben stark und selbstbewusst, was den jungen Mann zusätzlich irritiert und vor allem verunsichert. Dieses Minderwertigkeitsgefühl wird mit dieser Vorstellung „Rückkehr des Patriarchen“ kompensiert und blendet die heutige Realität aus.
Der Opa, Götti oder ein älterer Mann der 60-iger bis 90-iger Geborene könnte dem jungen Mann aufgrund von Erfahrung und eigener Geschichte in dieser Patriarchen-Debatte entgegenwirken. Denn, genau diese Männer haben gemäss Studien wahrlich unter dem Patriarch gelitten. Eine Rückkehr ist somit keine Option. Es ist auch vor allem ein gesellschaftliches Problem, diesem Trend entgegenzuwirken. Öffentliche Diskussionen dazu sind jedoch leider Mangelware. Eines muss dem jungen Mann klar sein, eine „Rückkehr des Patriarchen“ ist eine reine Wunschvorstellung und wird vom anderen Geschlecht äusserst selten akzeptiert und gelebt.

